Dienstag, 6. Oktober 2020

LiFePO4 Akkus im Eigenbau

Die mit Abstand beste Sorte Akkus für Funktionsmodelle sind heutzutage LiFePO4 Zellen. Diese Zellen haben 3,3V Nennspannung, können also als 2S-Konfiguration einen 6V Bleiakku ersetzen. Mit einer 4S-Konfiguration natürlich auch einen 12V Bleiakku.

Leider gibt es dabei einige Probleme :

Zum einen den scheinbar hohen Preis. Gegenüber einem Bleiakku ist der Preis in Deutschland ca. 3x höher. Allerdings vertragen die LiFePO4 Akkus eine 3,75 bis 5 fache Zyklenzahl bevor sie in der Leistung einbrechen. Dadurch sind sie (wenn man auf die Lebenszeit der Akkus rechnet) am Ende doch billiger.

Zum anderen sind die Akkus in Europa leider nur selten gut zu bekommen. Bei Zellen mit größerer Kapazität kauft die (Elektro-) Autoindustrie einen Großteil der Produktion auf. So sind die Zellen in den Hobbyshops meist nur zeitweise verfügbar.

Und dann muss man die Akkus noch selber konfektionieren (also zusammenstellen und mit Kabeln versehen).

Gerade für Akkus mit mittlerer Kapazität ist das Angebot in Europa fast NULL. Durch Zufall fand ich das Angebot von Offgrid Systems. Die Zellen können mit 1C (6 Ampere) geladen und mit bis zu 5C (30 Ampere) entladen werden.

 

Diese Zellen haben den Vorteil das man sie sehr leicht zu brauchbaren Akkupacks zusammenschrauben kann. Man braucht nur eine oder mehrere Brücken aus Kupferblech, ein paar Schrauben und die Kabel (Anschlusskabel und Ballancer). An den Zellen selber muss nicht gelötet werden dadurch sind Schäden an den Zellen durch zu viel Hitze ausgeschlossen.

Da mir derzeit (Stand 2020 ...) noch ein paar Bauteile fehlen kann ich erstmal nur ein paar Bilder eines provisorisch aufgebauten 6V 6000mAh Akkus zeigen. Noch mit Schrauben aus der "Grabelkiste" und Brücken aus Restmaterial. Aber bereits für Testläufe betriebsfähig. Bilder der endgültigen Konfiguration werde ich in ein paar Wochen nachreichen. Dieser Akkublock ist 70mm lang, 65mm breit und 32mm hoch. Er wiegt nur knappe 300 Gramm ! Ein in etwa vergleichbarer 6V 7000mAh Bleiakku (Bleiakkus dürfen nicht so tief entladen werden !) bringt ca. 1300 Gramm auf die Waage !

Als erstes habe ich alle Zellen einzeln geladen um sie auf ein einheitliches Spannungs-Nievau zu bringen. Dabei ist schon bemerkenswert das bei den 20 Zellen die hier ihre erste Ladung bekamen keine einzige einen auffälligen Ladestand hatte. Alle Zellen nahmen zwischen 1850 und 2400mAh auf. Das ist eine normale Abweichung bei fabrikneuen Zellen. "Ausreißer" gab es nicht.


Auf der "Kabelseite" habe ich die Zellen aus Stabilitätsgründen mit einer Gfk-Brücke verbunden. Das kann später (wenn die Kunststoff-Verbinder eingetroffen sind) entfallen. Leider werden die noch ca. 4 Wochen brauchen bis sie eintreffen.

Auf der anderen Seite ist eine Kupferbrücke montiert. Sie hat die Maße 50 x 12mm und ist bei dem Prototyp 1mm dick. Das reicht für die erlaubten 30 Ampere. Wer Zweifel hat nimmt halt 2mm Material.


Auf der Kupfer-Brücke ist das Ballancerkabel verlötet.

Dieser provisorische Akkublock lief hier für einige Test-Zyklen im Lade- und Entladebetrieb am Ladegerät und wurde mittlerweile auf 2S2P (6V 12Ah) umgebaut und wird in der Bugsier 33 verwendet. Fahrzeit ? EWIG ! 😅


Und so sieht er jetzt aus, der Akku für die Bugsier 33 mit Kunststoff-Abstandhaltern und ordentlich verschraubt.
Die Maße sind 160 x 70 x 40 mm, das Gewicht liegt bei 679 Gramm.

Früher war da ein 6V 3,5Ah Bleiakku drin, das Gewicht ist nur 80 Gramm höher geworden.
Da beide Pole einer Seite das selbe Potential haben ist ein Kurzschluss ausgeschlossen und die Pole können offen bleiben ansonsten würde ich eine Abdeckung drucken.

Ein weiterer Akkublock in 4S2P Konfiguration (12V 12Ah) läuft ebenfalls bereits im Testbetrieb und wird später an meinen FPV-Monitor (in der Transportkiste der Sten Thomsen) betrieben. 




Der obige 12V 12Ah Akkublock hat in der Form nur bei den Versuchen Bestand gehabt, alle Akkus wurden mittlerweile auf einheitliche 2S2P Akkus (6V 12Ah) umgebaut. Unterschiede gibt es daher nur noch bei der Bestückung der Schiffe.

Meine Smit Rotterdam fahre ich mittlerweile mit 4 Akkupacks in 2S2P Konfiguration. Im Schiff verschaltet haben sie dann 12V 24Ah.
 

Die kleine Bugsier 33 hat nur einen Akkublock drin, sie hat also 6V 12Ah.

Nur für noch kleinere Modelle baue ich 2S (6V 6Ah) "Stangen"-Akkus.



Um den Elektro-Außenborder des Minisail Bergebootes betreiben zu können habe ich Grundplatten und Deckel gedruckt um je 4 Stück meiner 2S2P Akkublöcke zu einem Powerpack verbinden zu können. Dazu habe ich die Akkublöcke nochmal so verändert das die Gewindestangen nicht mehr überstehen. Außerdem wurden (um feste Gruppen bilden zu können) immer 4 Akkublöcke mit einer gemeinsamen Farbe an der Abdeckung versehen.




So wird der ganze Block mit Klettbändern fest verbunden. Oben drauf fehlt jetzt noch der Schaltkasten mit einer Volt-Anzeige, dem Verteiler und einem XT90 Anschluss für den Außenborder.

Da die Frühjahrs-Minisail 2021 durch Corona leider ausfallen musste konnte ich die bis dahin vorhandenen 3 PowerPacks (Zusammenstellungen mit je 4 Ackublöcken) leider nicht im Bergeboot testen. Da ich aus gesundheitlichen Gründen nicht weiter mit den schweren Bleibatterien arbeiten kann (und will) habe ich mich trotzdem entschlossen schon komplett umzurüsten. Bis zur Herbst-Minisail 2021 hatte ich 7 komplette PowerPacks (also 24 Akkublöcke 6V 12Ah) fertig gemacht. Ich habe also im Frühjahr 2020 die letzten Regatta-Einsätze mit Bleiakkus gefahren. Umso größer war meine Spannung ob das was ich ausgerechnet habe in der Praxis funktioniert.

Die Herbst-Minisail 2021 und die frühjahrs-Minisail 2022 wurden wie geplant durchgeführt. Dabei verlief der Test mit den 7 nun vorhandenen PowerPacks im Bergeboot SEHR erfolgreich. Die Zeit der Bleiakkus im Minisail-Bergeboot ist damit endgültig vorbei. Und ich habe Strom im Überfluss, es muss während der Veranstaltung kein Strom mehr gespart werden. Ein PowerPack reicht jeweils knapp für eine Runde der Wanderregatta. Leer gefahrene Akkus können jeweils beim nächsten Lauf gleich wieder geladen werden.

Trotzdem werde ich die PowerPacks noch einmal umrüsten. Für die einzelnen Akkublöcke werde ich neue, dickere Kabel mit XT60 Steckern montieren.

Weitere Einsatzmöglichkeiten der PowerPacks sind die Stromversorgung unserer Standbeleuchtung, einer Kühlbox, der Hafenanlage usw.
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Das sollte die letzten Zweifler überzeugen. Eines meiner selbst konfigurierten 2S2P LiFePO4 Akkupacks (6V 12Ah) hat kurz nach der Montage den ersten vollständigen Zyklus geschafft. Und es hat bei einer Belastung von 0,8 bis 0,9A in 15 Stunden 39 Minuten die 13.000 mAh geschafft. Und der Akku war noch NICHT am Ende, im Betrieb kann er bis 2,5V Zellenspannung (also 5V Spannung für den 2S Block !) entladen werden. 300mAh wären also noch in etwa möglich gewesen.Und innerhalb der nächsten 4 bis 6 Zyklen wird der noch stärker !
 
 
Kurze Zeit später, am 7.2.2021, bin ich endlich dazu gekommen mit zwei willkürlich ausgewählten 2S2P Blöcken (12V 12Ah) einen Schnell-Ladeversuch zu machen. Leider schafft mein Cube 80 Duo "nur" 7A Ladestrom. Der fast völlig entladene Akku war in 100 Minuten wieder voll. Irgendeine Erwärmung der Akkus war dabei NICHT feststellbar. Sobald wie möglich werde ich das mit einem stärkeren Lader noch einmal mit 12 A testen. Ich bin aber zuversichtlich das auch dabei keine Probleme auftreten werden.

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Noch ein Wort zu den Kosten (Preise von 7/2023) :

Bei einem deutschen Händler kosten die silbernen Zellen ~ 9,- €. Ein 6V 6000mAh Akku kostet derzeit also 18,- € (mit Schrauben, Verbindern, Kabeln usw. also knapp 23,-). Damit hat man also das Niveau eines Marken-Bleiakkus.

Kauft man die Zellen bei Aliexpress oder eBay bekommt man sie teilweise (gerade bei größeren Mengen) ab ca. 3,40 € pro Zelle. Damit sind wir dann bei 6V 6000mAh bei 6,80 € für die Zellen. Also ca. 12,50 € für das komplette Material. Dafür bekommt man gerade mal einen absoluten Billig-Bleiakku.


Damit liegen wir in etwa auf dem gleichen Preis-Nievau wie ein Bleiakku ohne dessen Nachteile (Kapazitäts-Einbrüche bei mehr als 1C Entladestrom und lange Ladezeiten) in Kauf nehmen zu müssen.

Mein Fazit : 
Kleinere Maße, wesentlich geringeres Gewicht und günstiger Preis. Es war die richtige Entscheidung diesen Versuch zu machen. Und ich werde weitere Modelle so umrüsten.

Die technischen Daten der Zellen (Angaben aus dem Hersteller-Datenblatt, ohne Gewähr !) :
Kapazität : 6000mAh
Nennspannung : 3,2V
Entladeschluss-Spannung unter Last : 2V pro Zelle **
Standard-Ladestrom : 1C (6A)
Max. Ladestrom : 6C (36A) *
Dauer-Entladerate : 6C (36A)
Impuls-Entladerate max. : 60A für 3 Sekunden *
Lebensdauer : 2000 Zyklen bei 1C und 100% Entladetiefe
Ladetemperatur : 0 - 60°C
Arbeitstemperatur : -20 - 60°C

* Achtung : das geht ganz klar STARK zu Lasten der Haltbarkeit !
** besser für die Haltbarkeit : 2,5V pro Zelle ! 
 

Zu dem Aufbau der Akkublöcke :
Einige Leute bemängelten das bei den ersten Bildern oben die Kontakte der Akkus frei liegen. Das hat sich bei mir mittlerweile erledigt, in 3D-Druck entstanden Endkappen und Zwischenstücke.



Um die Kabel aus den Endkappen raus zu bringen hab ich übrigens die Distanz-Halter mit einer zusätzlichen Bohrung versehen. Dadurch verlaufen die Kabel später im geschützten Bereich zwischen den Zellen.
 

Verschraubt wird das ganze mit M3 Gewindestangen. Die Lötstellen der Kabel sind innliegend. Als "Schlussbild" noch ein Bild eines fertig zusammengebauten Akkus mit Kabel. Er hat 6V 12Ah. In meiner Smit Rotterdam werden 4 solcher Blöcke so verschaltet das das Schiff mit 12V 24Ah versorgt wird. Durch die Aufteilung in 4 einzelne Blöcke bekomme ich die leichter durch den kleinen Decks-Ausschnitt rein und raus.
Zum anderen habe ich baugleiche Blöcke z.B. in der Bugsier 33 und in der Transportkiste mit dem FPV-Bildschirm. Mit einem einzigen Standard-Format ist es halt einfacher als mit lauter spezialisierten Akkus.

Zum Thema Zellen-Verbinder, Ballancer-Kabel und Kupferbrücken  :
Man kann die Kunststoffverbinder bei eBay kaufen. Besitzer eines 3D Druckers können Dateien für solche Verbinder bei Thingiverse in diversen Bauarten finden. Die meisten allerdings für s.g. 18650er Zellen. Das ist aber kein Problem, man vergrößert sie einfach um das 1,777778 fache. Schon passt es !

Die Kupferbrücken (12 x 50mm groß, 1 bis 1,5mm dick) bestelle ich bei ProKilo oder Wilms Metall. Die Löcher bohre ich selber.

Die Ballancer-Kabel bestelle ich bei eBay. Um längere Kabel zu bekommen bestelle ich Ballancer Verlängerungskabel und schneide die einseitig ab.

Auf ein BMS System verzichte ich ganz bewusst. Ich halte es für verzichtbar. und das gleich aus mehreren Gründen :
1.) geladen wird an einem Modellbaulader. Ein überladen ist also also ausgeschlossen.
2.) Die Ballancer-Funktion des BMS ist überflüssig da das der Modellbaulader das über das Ballancerkabel übernimmt.
3.) Eine Tiefentladung kann man wirkungsvoll mit der Telemetriefunktion der RC-Anlage verhindern. Auch passende Fahrtregler mit LiFePO4 Tiefentladeschutz können das verhindern.

Ein Hinweis für Nutzer von fertig gekauften LiFePO4 Akkupackt mit eingebautem BMS :
Wenn ihr einen digitalen Modellbau-Lader benutzt ist die Wahrscheinlichkeit groß das der Modellbaulader und das BMS nicht korrekt miteinander klar kommen. Das Resultat ist das der Akku nie ganz voll geladen wird, das liegt NICHT an der Akku-Technologie sondern am Lader ! Bei solchen Akkus ist es wichtig ein möglichst DUMMES Ladegerät, also ohne Ladeelektronik, zu benutzen.


Update : Nach über 2 Jahren mit diesen LiFePo4 Akkus wird es Zeit für ein Fazit. Nach ungefähr 10 bis 12 Zyklen pendelte sich die Kapazität der Akkus bei ca. 7Ah pro Zelle ein. Die Zellen sind also deutlich leistungsfähiger als vom Hersteller angegeben. Ausfälle gab es bisher keine. Stand heute haben die Akkublöcke alle zwischen 120 und 150 Züklen auf der Uhr. Die einzelnen Akkuzellen driften nur um maximal 0,01V auseinander obwohl ich zwischendurch aus Zeitgründen ohne Ballancer lade. Der gesamte Betrieb ist ausgesprochen unproblematisch. Ich bin mit der Wahl dieser Zellen immer noch mehr als zufrieden.

Donnerstag, 20. August 2020

Fischkutter Hilde

 Das Modell entstand 2019/20 auf der Werft von Christian Bruns. Er baute das Modell für eine Bausatz-Besprechung der Zeitschrift Modell Werft, veröffentlicht in der Ausgabe Mai 2020.


Es handelt sich um einen Bausatz des Herstellers Kymodel aus China. In Deutschland im Vertrieb von Peba (Hobby-Lobby).


Durch den hohen Vorfertigungsgrad ist das Modell sehr gut geeignet für Einsteiger und "Küchentisch-Modellbauer".

Länge : 258 mm
Breite : 90 mm
Tiefgang : 30 mm
Gewicht : 230 Gramm
Maßstab 1/50

Bürstenmotor Mabuchi
"FK-130SH-09450"
2S LiPo Akku 7,2V 850mAh


Gesteuert wird das Modell über einen Flysky FS-i6s Sender und einen 4 Kanal Mikro Empfänger FS2A.

Dabei sind der Motor, das Ruder, die Beleuchtung (6 Funktionen) und das Soundmodul (6 Funktionen) steuerbar.


Durch die geringe Größe kann das Modell auf fast jeder Pfütze gefahren werden. Es ist aber durchaus so "seefest" das man bei wenig Seegang auch auf größere Gewässer gehen kann.

Sonntag, 9. August 2020

Hecktrawler Marie Astrid

 Der kleine Hecktrawlers Marie Astrid entstand im Winter 2019/20 auf der Werft von Jürgen Behrendt und wurde im Herbst 2020 von mir erworben.


Auch dieses Modell war ein Testmodell der Zeitschrift Modellwerft. Der Artikel wurde in der Ausgabe Mai 2020 veröffentlicht.


Länge : 258 mm
Breite : 92 mm
Tiefgang : 30 mm
Gewicht : 279 Gramm
Maßstab 1/50

Bürstenmotor Mabuchi "FK-130SH-09450"
2S LiPo Akku 7,2V 850mAh


Ich habe das Modell seit Herbst 2020 im Bestand. Es wurde bei mir nachträglich mit Licht und Sound ausgerüstet. Ruder und Antrieb sind natürlich auch steuerbar.

Der Bausatz ist durchaus Einsteiger-tauglich und kann auch am Küchentisch gebaut werden.



 Von den 3 kleinen Peba Fischkuttern ist dieses Modell das was am besten für offene Gewässer geeignete.

Krabbenkutter Nicole

Auch dieser kleine Krabbenkutter entstand aus einem Bausatz des Herstellers Kymodel (Vertrieb Hobby-Lobby). Gebaut wurde das Modell von Stefan Schmischke im Rahmen einer Bausatzvorstellung in der Zeitschrift Modellwerft. In meiner Flotte ist das Modell seit Herbst 2020. Es wurde nachträglich mit Sound und Licht ausgestattet.


Diese Modelle sind ideal für Einsteiger und Modellbauer mit wenig Platz. Auch später beim Transport zum See ist so ein handliches Modell ausgesprochen praktisch.


Länge : 259 mm
Breite : 92 mm
Tiefgang : 30 mm
Gewicht : 220 Gramm
Maßstab 1/50

Bürstenmotor
Mabuchi "FK-130SH-09450"
2S LiPo Akku 7,2V 850mAh


Gesteuert wird auch dieses Modell mit einem Flysky FS-i6s Sender und einem FS2A Empfänger. Fahrtregler, Ruderservo, Sound (6 Funktionen) und Licht (6 Funktionen) sind dabei steuerbar.


Durch die geringe Größe kann das Modell auf jedem kleinen Gartenteich gefahren werden, es ist aber durchaus Freiwasser-tauglich. Nur viel Seegang verträgt es nicht.

Samstag, 1. August 2020

Bugsier 33

 Das Modell des Schleppers "Bugsier 33" wird vielen Personen bekannt vorkommen, handelt es sich doch eigentlich um ein Bausatzmodell der Firma Robbe das unter dem Namen Neptun vertrieben wurde. Eigentlich müsste für eine vorbildgerechte Optik die Fensterteilung der Brücke geändert werden, das ist aber bei diesem Modell unterlassen worden. Leider ist der Bausatz heute nicht mehr im Handel.


Die technischen Daten :

Länge : 570mm
Breite : 175mm
Tiefgang : 90mm
Durchfahrhöhe : 360mm
Gewicht : 2.700g
Maßstab 1:50

2S2P LiFePO4 Akku 6V 12.000mAh
LRP Truck Puller 2 Bürstenmotor
Fahrzeit im gemischten Betrieb über 10 Stunden

Benedini TBS Mini Soundmodul mit echten Sounds
Lichtfunktionen
Telemetrie

Das Modell wird über einen Flysky FS-i6s Sender und einen 10 Kanal Empfänger gesteuert.


Das Modell entstand im Jahr 2005 auf der Werft von Andreas Stach und ist seit 2020 in Köln beheimatet. Es hat ein gutes Fahrverhalten und ist sehr wendig. Gelegentlich kommt der Schlepper auch für kleinere Einsätze mit der Bergegabel zum Einsatz.

Durch die Kortdüse ist das Modell nicht nur kräftig sondern auch sehr wendig. Eben ein echter Schlepper.

Das Vorbild dieses Modells ist der 1969 auf der Werft Schichau gebaute Schlepper Bugsier 33. Mit einem 2200 PS starken KHD Dieselmotor ausgerüstet erreicht der Schlepper einen Pfahlzug von bis zu 32to. Der Schlepper wurde bis 1981 in Lissabon eingesetzt, kam danach nach Hamburg wo er aber meist aufgelegt blieb. Mittlerweile wurde er nach Lettland verkauft wo er den Namen "Namejs" bekam. Der weitere Verbleib ist mir derzeit nicht bekannt, Bilder von 2016 zeigen den Schlepper aber in recht gutem Pflegezustand.

Dienstag, 30. Juni 2020

Ein Jubiläum ? DAS Jubiläum !

Vor fast 5 Jahren habe ich sie mit knapp 800 Mitgliedern übernommen :

die Facebook-Gruppe "RC Schiffsmodellbau".

Und heute (am 30.6.2020) haben wir die unglaubliche Zahl von 5.000 Mitgliedern erreicht.
Absoluter Wahnsinn, damit hätte ich nicht gerechnet. Ich bin mal gespannt wohin die Reise da noch gehen wird. Im deutschsprachigen Raum ist die Gruppe (was die reine Mitgliederzahl angeht) mittlerweile die zweitgrößte Vereinigung von Schiffsmodellbauern.


Ich bin auch nach 5 Jahren noch davon fasziniert welche Dynamik das ganze mittlerweile erreicht hat. Jemand äußert eine vage Idee und nach kurzer Zeit finden sich Leute die diese Idee perfekt Wirklichkeit werden lassen. Auch die Nähe zu den Autoren (Fachzeitschriften und Bücher) ist sehr interessant. Wenn man die Veröffentlichungen sieht findet man zu vielen Modellen in meiner Gruppe die Entstehungsgeschichte und/oder weitere Bilder,

Mittlerweile haben wir es zu einem eigenen Stand auf der Messe Faszination Modellbau in Friedrichshafen gebracht und an diversen Schaufahren teilgenommen. Für 2020 ist ein wieder ein Stand in Friedrichshafen geplant.

Nachdem unser Programm für 2020 leider Corona-bedingt fast ein Total-Ausfall war ist für 2021 ist wieder ein größeres Programm in Arbeit. Ein Messestand auf der Intermodellbau sowie mehrere Teilnahmen an Schaufahren sind geplant.

Also, wer sie noch nicht kennt ist hiermit eingeladen sich meine Facebook-Gruppe anzusehen. Es lohnt sich !

Donnerstag, 18. Juni 2020

Björn Krümmel (Teil 2)

Viel langsamer als gewollt ... aber es geht weiter !
Der kleine Schlepper "Björn Krümmel" nimmt langsam etwas Farbe an. Erstmal nur am Deck und Steuerhaus, der Rumpf wird erst farbig wenn die Technik komplett drin ist.


Aber auch daran wird gerade gearbeitet. Eigentlich fehlen mir zum weiter bauen nur noch die zwei Fahrtregler AS12/6RW Easy von modellbau-regler.de. Das geht aber erst nächsten Monat. Mein Etat ist echt gerade ausgeschöpft, was ich "angestellt" habe berichte ich demnächst mal.



Als Motoren werde ich hier die mitgelieferten verwenden. Damit ist der Schlepper deutlich übermotorisiert. Aber das ist gar nicht schlecht wenn man mal flüchten muss. Versorgt werden die Motoren aus einem 2S 850mAh LiPo Akku von SLS. Der tut auch schon Dienst in meinem Polizeiboot und wird auch später in weitere Modelle einziehen. Er liegt in einer 3D-Druck Akkuwanne. Im gemischten Betrieb sollte er für eine gute Stunde Fahrzeit gut sein.



Zum Einsatz kommt (wie in fast allen Kleinmodellen bei mir) der 4 Kanal Micro Empfänger FS2a von Flysky, der ist winzig klein und hat über 300m Reichweite.


In den nächsten Tagen werde ich mal den Metallhändler Wilms besuchen, ich will den Mast klappbar, aus Messing gelötet, nachbauen. Zum einen weil der Schlepper dann besser transportierbar ist, zum anderen wird der dann deutlich stabiler als der originale Kunststoff-Mast.

Samstag, 13. Juni 2020

LiFePO4 Akku für größere Einheiten

Mit der Smit Rotterdam kam die erste größere Einheit in meine Flotte. Damit stellte sich die Frage woher eine solche Menge Strom denn nun kommen sollte.
Mit NiMH Akkus hätte ich 4 bis 6 Racing-Packs gebraucht. Ist sowas sinnvoll ? LiPo Akkus in 11,1V und mit hoher Kapazität sind auch nicht gerade billig. Dazu sind die Dinger sehr empfindlich. Und Bleiakkus ? Meine schlechten Erfahrungen mit der Haltbarkeit von (Marken-) Bleiakkus sprechen nicht gerade dafür.

Nachdem ich schon vor einiger Zeit angefangen habe mit LiFePO4 Akkus zu arbeiten und dabei ausgesprochen gute Erfahrungen gemacht habe war klar das auch die Smit Rotterdam solche Akkus bekommen würde. Die Wahl fiel auf Headway Rundzellen der Größe 40152 mit 3,3V 15Ah. Als 4s Konfiguration ersetzen diese Akkus einen 12V Bleiakku. Nur das sie bei gleicher Kapazität nur 2/3 des Volumens und 2/3 des Gewichts haben. Außerdem ist fast die gesamte Kapazität tatsächlich nutzbar, bei einem Bleiakku kann man nur 60% der Kapazität nutzen wenn man ihn länger behalten will.


Die Zellen werden mit Kunststoffverbindern zusammen gehalten, die elektrischen Verbindungen werden durch verschraubte Brücken hergestellt. Und schon liefert das "Ding" 12V. Aber ein paar Arbeiten bleiben schon noch.

 

Die Kappen für die offen liegenden Enden habe ich mir mit dem 3D-Drucker aus PETG hergestellt, sie werden einfach aufgesteckt. Das ganze Akkupack hat nun die Maße 188 x 86 x 86 mm und wiegt betriebsfertig 2030 Gramm.

 

Nachdem das Anschluss-Kabel angefertigt und angeschraubt wurde muss nur noch der Ballanceranschluss angebaut werden.

Nachdem alles getestet wurde können die Kappen noch mit etwas Klebstoff gesichert werden.


Ich bin mir sicher das einige von meinen Lesern bei dem letzten Bild Falten auf der Stirn bekommen. Ja, ich isoliere angelötete Stecker mit Heißkleber. Das geht schnell und problemlos. Und da meine Funktionsmodelle nur geringe Ströme ziehen, die Stecker also völlig kalt bleiben, ist das auch sicher.

Übrigens sollte man die Akkus NICHT durch einen Schrumpfschlauch schützen. Sie müssen mit etwas Abstand montiert werden damit die entstehende Wärme gleichmäßig abgeführt werden kann. Deshalb sind die Kunststoffverbinder auch so ausgeführt das die Zellen ca. 2mm Abstand voneinander haben.

In die Smit Rotterdam werden zwei solcher Akkupacks eingebaut. Diese 4S2P Konfiguration wird 12V 30Ah haben und zusammen mit den geplanten VDO Langsamläufer Bürstenmotoren eine SEHR lange Fahrzeit ermöglichen.


Noch ein paar Daten ...

Betriebsspannung : 12 Volt
Kapazität : 15.000 mAh
Maximaler Entladestrom : 150 A (Dauer), 225 A (< 10sec)
Maximaler Ladestrom : 45 A
Zyklenfestigkeit : >2000 (bei 80% Entladetiefe)

Freitag, 15. Mai 2020

Die Radiomaster tx16s

Eigentlich bin ich mit der von mir verwendeten Flysky FS-i6s sehr zufrieden. Aber es gibt halt Sachen die diese Anlage eben nicht kann. Und es gibt Projekte die eine größere Anlage nötig machen. Dazu kommt das ich für bestimmte (Micro-) Anwendungen eine Anlage brauche die auch andere als die Flysky Empfänger "versteht". Speziell die Micro-Empfänger für das DSMX System haben es mir angetan.

So wurde es Zeit mal über einen Sender eines anderen Systems nachzudenken. Um aber mit diesem Sender auch die vorhandenen AFHDS2A Empfänger ansprechen zu können interessierte ich mich schnell für Multiprotokoll-Sender. Es gibt einige Anbieter die so etwas anbieten.

Vor einiger Zeit wurde ich durch ein Posting in meiner Facebook-Gruppe darauf aufmerksam das ein neuer Anbieter einen sehr interessanten Sender auf Open-TX Basis auf den Markt bringen will. Die Radiomaster TX16s ist ein sehr interessanter Sender mit großen Möglichkeiten. Es gibt ihn in 2 Varianten. Zum einen mit herkömmlichen Potis, zum anderen mit Hallgebern. Was man bevorzugt ist von den jeweiligen Anforderungen / Vorlieben abhängig. Ich habe den Sender mit Potis bestellt da das einige der geplanten Umbauten erleichtern wird. Mit unter 90,- (Pre-Order bei Banggood) war der Sender für das was er kann super preiswert ! Aber auch der Listenpreis von etwas über 130,- ist durchaus interessant.

Seit heute ist die Anlage auf dem Versandweg von China und soll am 2.6. bei mir angeliefert werden. Wir werden sehen.

In der nächsten Zeit wird es daher auf diesem Blog auch regelmäßig Beiträge über diesen Sender und dessen Betriebssystem OpenTX geben. Es gibt Planungen den Navy Twin Stick für diese Sender neu zu konstruieren. Auch ein Schottel- und VSP-Geber ist denkbar. Beides wird es dann früher oder später bei mir auch als Bausätze geben.



Update : "er redet mit mir"
Soll heißen : der Sender wurde heute, am 4.6.2020, geliefert. Der erste Eindruck ist sehr hochwertig und der Sender liegt gut in der Hand. Das Farbdisplay ist wirklich gut, auch kleine Schriften u.ä. sind gut erkennbar. Fehler hab ich so bei der ersten Betrachtung keine finden können. Das ganze macht einen absolut guten Eindruck !

Faszinierend ist wie tief man bei OpenTX in die Anlage eingreifen kann. Gleich als erstes hab ich mal das Bild des Start-Bildschirms (der beim hochfahren gezeigt wird) mit meiner Adresse ergänzt.


Update : erster Test am Wasser
Ein erster Test mit de Polizeiboot Schleswig am 8.6. diente auch der Erprobung des Senders. Und dieser Test verlief positiv, der Sender liegt gut in der Hand und macht einen ordentlichen Job.

Dienstag, 21. April 2020

Experimente mit dem 3D-Drucker (Lampen)

Ich mache gerade Experimente mit klarem Filament um Drucke z.B. von Lampen zu ermöglichen. Die Ergebnisse sind soweit schon mal vielversprechend.

 Diese beiden Lampen sind mit einem normalen FDM-Drucker gedruckt. Verwendet wurde transparentes, klares PLA von Zaper. Gedruckt mit 0,06mm Layer-Höhe, einer 0,4mm Düse und normaler Druckgeschwindigkeit.

 
 Hier mal die 20mm Laterne mit Bemalung. Beleuchtet mit einer ganz normalen 5mm Standard-LED.


 

Dies sind Testdrucke in 7,5mm Höhe (in etwa passend für 1/50), passend für 3mm Standard-LED.

Ich werde den Gedanken auf jeden Fall weiter verfolgen. Denn irgendwie machen diese Versuche Lust auf mehr.

Donnerstag, 2. April 2020

Polizeiboot Bremen 9

 Das Polizeiboot "Bremen 9" wird vielen Modellbauern noch aus seligen Graupner Zeiten bekannt sein. Bei meinem Modell handelt es sich aber nicht um das recht große  Graupner Modell.

Das Modell entstand aus einem Bausatz von Peba (Vertrieb Hobby-Lobby) und ist wesentlich kleiner.



Kommen wir zu den technischen Daten :

Länge : 430mm
Breite : 140mm
Tiefgang : 40mm
Durchfahrthöhe : 180mm
Gewicht : 600g
Maßstab 1:50

2S 850mAh LiPo-Akku
300er "Billig"-Bürstenmotor von Conrad
Fahrzeit im gemischten Betreib ca. 1,5 Stunden

Benedini TBS Micro Soundmodul mit echten Sounds
Lichtfunktion
Radar

Gesteuert wird das Modell über einen HotRC HT-10A Sender und einen 10 Kanal  Empfänger.

Trotz seiner geringen Größe ist das Modell erstaunlich seefest, es kann ohne schlechtes Gefühl auch auf normalen, offenen Gewässern gefahren werden.
Gebaut wurde es im Jahr 2019 auf der Werft von Andreas Stach als Besprechungsmuster für die VTH-Fachzeitschrift Modellwerft. Kurze Zeit später wechselte sein Heimathafen nach Köln.



Die geringe Größe ist beim Transport und bei der Unterbringung zuhause ein großer Vorteil. Der Bausatz ist auch am Küchentisch gut zu bauen und eignet sich durchaus als Einsteigermodell. Nur der (zu schwere und zu starke) Motor aus dem Baukasten sollte besser nicht verwendet werden.



Auch für dieses Modell ist eine stabile Transportkiste vorhanden. So kann es risikolos transportiert werden.


Auch dieses Modell wird wegen seinen sehr guten Fahreigenschaften und dem leichten Transport sehr häufig eingesetzt.

Das Vorbild ist ein Streckenboot der Wasserschutzpolizei das 1992 auf der Fassmer Werft entstand. Das über 30 Knoten (über 54 km/h) schnelle Fahrzeug wurde überwiegend in der Wesermündung und den angrenzenden Küstengewässern eingesetzt. Später wurde es im Rahmen der Aufbau-Hilfe in den Libanon abgegeben und bekam dort den Namen "Nakoura". Sie wurde grau lackiert und mit 2 Maschinengewehren bewaffnet. Ob das Boot noch in Betrieb ist oder der weitere Verbleib sind mir nicht bekannt.